Eines unserer Kinder mit besonderen Herausforderungen hat, wie alle anderen Kinder dieser Welt, einen Namen. Den kennt aber so gut wie niemand. Sweetheart ist nämlich ein Sweetheart...
Hier die Geschichte meines großen Scheiterns: Immer wieder schreibe ich, dass das Prana-Projekt an einen Slum grenzt. Ein Slum mit begabten Kindern, wie sich mehr und mehr herausstellt. Die Siedlung erstreckt sich vor der Prana-Schule. Heute will ich von dem Gelände neben der Prana-Schule berichten.
Die Prana-Montessori Vorschule hat einen großen Nachteil. Sie ist nur für kleine Kinder. Aber das macht nichts. Immer wieder kommen größere Kinder aus dem Dorf in den Unterricht, um einfach auch da zu sein und mit den Kleinen zu üben.
Im Prana-Projekt sollen die Kinder lernen, dass Religion und Kaste kein Hindernis sein dürfen für ein friedvolles Miteinander. Unser großes Ziel war, und ist es immer noch, dieses Anliegen von Mahatma Gandhi zu verwirklichen. Und sei es nur in einem winzigen Rahmen. Und, dass die Mädchen sich nicht vorschreiben lassen dürfen, wen sie zu heiraten haben.
Mehrere von Prana geförderte junge Frauen haben mit Erfolg das Abitur (in Indien „Plus two“) bestanden. Sie wollen studieren, die meisten „Computer Science“, ein Erfolg versprechendes Studienfach. Prana bezahlt für begabte Studentinnen und Studenten die mitunter sehr teuren Studiengebühren.
Die zahnärztliche Versorgung auf den Dörfern ist gleich null. Wer ein Problem mit den Zähnen hat, kauft sich für wenig Geld schmerzstillende Mittel, und wenn es gar nicht mehr geht, bittet man einen Familienangehörigen, mithilfe eines trockenen Tuches den Zahn zu ziehen. Im besten Falle. Nicht selten sterben die Menschen an einer Sepsis. In den seltensten Fällen sucht man einen Zahnarzt auf. Denn der ist teuer.
Maharajas gibt es in Indien nicht mehr. Sagt man. In Pondicherry ist das anders. Da gibt es den Chief Minister, N. Ragasamy. Heute heißt er Chief Minister, aber das ist nur eine Formsache.
Eigentlich wollte ich etwas anderes schreiben, aber nach meiner Ankunft hier in Indien im Prana-Projekt, war ich so bewegt, dass ich denke, es lohnt sich, gleich im neuen Jahr über das zu schreiben, was man “Respekt” nennt.