Worauf trampeln die Füsse herum?

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Worauf trampeln die Füsse herum?

PRANA Projekt - Non-Profit-Verein
Veröffentlicht von Hilde Link · 05 Sep 2022
Für einige, die unsere Beiträge lesen, ist so manches vielleicht gar nicht richtig einzuordnen. Wenn ich immer wieder von „unserem“ Slum vor dem Schultor des Prana-Projektes schreibe, dann denkt man sofort an besonders arme Menschen ohne Perspektive. Das ist richtig. Allerdings gibt es dafür einen Grund, dass auch heute noch in Indien Menschen außerhalb von Dorfgemeinschaften leben müssen. Das liegt am Kastensystem.

Stellen Sie sich einen Menschen vor:
 
Das Haupt, das sind die Brahmanen. Sie sind Priester und Gelehrte. Die Schultern, das sind die Kshattriya, die Krieger. Der Bauch die Vaishya, die Händler. Die Füße sind die Shudra, Handwerker und diejenigen, die einfache Arbeiten verrichten.
 
Dieser Körper muss irgendwo stehen. Und jetzt kommen wir zu „unserem“ und allen anderen indischen Slums.  Da wohnen nämlich die sogenannten „Unberührbaren“. Sie stehen außerhalb des Kastensystems und nennen sich selbst  Dalit, die Unterdrückten. Früher hießen sie Paria, das ist heute ein diskriminierender Begriff, etwa wie „Nigger“.

Mahatma Gandhi nannte sie Harijan, Kinder Gottes. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit, und auf entlegenen Dörfern ist das auch heute noch so, durfte ein Unberührbarer nicht in die Nähe eines Angehörigen des Kastensystems kommen, denn allein sein Schatten sorgt für Verunreinigung.

 
Die Dalit bilden inzwischen eine starke Gruppe, die sich wehrt gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Sie lassen nicht mehr zu, dass Angehörige des Kastensystems, dem sie selbst nicht angehören, mit den Füßen auf ihnen herumtrampeln.

In diesem Kampf unterstützen wir sie. Mit Bildung, mit Selbsthilfegruppen für Frauen, mit medizinischen Programmen. Vor allem mit schulischen Förderungen für Kinder. Damit die es dann einmal besser haben.

Foto von Radmila Kerl


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